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Verein der Ehemaligen des Gymnasiums Damme


6.Juni 2018 Ehemaligenverein besichtigt „Cafè Joliente“

Die Ehemaligen an der Röst-Maschine, die nach entsprechender Mischung nach differenzierter Einstellung
das gewünschte Aroma erzeugt, rechts Geschäftsführer Henning Schmidt          

Ein Blick in verschiedene Jutesäcke mit „grünem“ Kaffee verschiedenster Provenienz in der Produktionshalle;
der Aufdruck auf den Jutesäcken zeigt die Herkunft des Kaffees an.

Geschäftsführer Henning Schmidt (links mit dunkelblauem T-Shirt) lässt die Dammer Besucher
die Aromen des frisch gerösteten und bis zur Abfüllung luftdicht verschlossenen Kaffees kosten.


Ehemaligenverein besichtigt „Cafè Joliente“

Zu einer „Reise durch die Welt des Kaffees“ lud jüngst der Ehemaligenverein des Gymnasiums Damme seine Mitglieder ins „Café Joliente“ in den Niedersachsenpark in Vörden. Geschäftsführer Henning Schmidt, der in der ehemaligen Leibzucht des Vorsitzenden Dr. Ludger Kampsen in Ahe wohnt, führte die Gästeschar, die viele frühere Lehrer in ihren Reihen zählte, persönlich.
Zunächst erläuterte er die wichtigsten der 80 weltweit gelegenen Herkunfts- und Anbaugebiete der Kaffeebohnen, deren Hauptvertreter die Sorten Arabica und Robusta sind. Sie kommen unseren Geschmacksgewohnheiten am meisten entgegen. Die entkernten, also „grünen“ Kaffeesorten kaufen Händler heutzutage nach gezielt ausgesuchten und differenzierten Qualitätsmerkmalen an der Börse ein. Etwa 90% gehen so zur Weiterverarbeitung in die „Industrie“, d.h. zu den Lebensmittel-Produzenten und Verbrauchermarkt-Ketten, die restlichen 10% hingegen in spezielle Röstereien wie das „Café Joliente“.
Die „Joliente“-Mitglieder haben sich in der Deutschen Röstergilde e.V. zusammengeschlossen und betonen das Handwerkliche und Individuelle in der Kaffeeproduktion. Seit 2017 ist eines dieser Mitglieder als „Café Joliente“ im Niedersachsenpark am Riester Damm ansässig.
Die speziellen Verfahren dieser Handwerksbetriebe erlauben es, durch gezielte Mischung und einen ausgeklügelten Röstprozess bis zu 900 Aromen herzustellen. Vor allem die Länge des Vorgangs vermeidet die Bildung von Chlorogensäure, die bei den kurz gerösteten Massen-Kaffee-Sorten und größerem Konsum körperliche Beschwerden hervorruft. Natürlich durften die Besucher ihre Nasen sowohl am getreideartig riechenden  „grünen“ Kaffee wie auch an den verschieden duftenden gerösteten Spezial-Kaffees, wie sie frisch hergestellt und bis zur Abfüllung luftdicht verschlossen waren, schulen.
Bemerkenswertes erfuhren sie dann über die vollautomatisierte Abfüllung und Verpackung der bei „Joliente“ hergestellten Sorten, die nicht in den Supermärkten zum Verkauf kommen, sondern die bei exklusiven Abnehmern mit Schwerpunkt im Gastronomie- und Hotel-Betrieb ausgeschenkt oder weiterverkauft werden. Gleichwohl gibt es auch einen Vertrieb übers Internet. Doch bei alldem kontrolliert der Zoll exakt die abgefüllten Mengen, da für jedes Kilo Kaffee zum Erstaunen der Gäste 2,19 € Steuern zu entrichten sind.
Eine Diskussion über die oftmals problematischen Herstellungsbedingungen in den Anbaugebieten, über die Macht der global beherrschenden Konzerne, über den normierten Massengeschmack, die Ausbildungsmöglichkeiten des Kaffee-Rösters sowie vor allem über die heutigen Konsumgewohnheiten mit teuren Kaffee-Maschinen und ihren Pads schloss sich den Fragen der höchst interessierten Besucher an. Selbstverständlich erlaubte sich der Ehemaligenverein zum Schluss eine Beköstigung nach Art des Hauses, so dass ein gemütliches Beisammensein den Abend abrundete.     

Text und Fotos Wolfgang Friemerding